Mu Erh-Pilze - Lat. auricularia auricula PDF Drucken E-Mail

Adjuvante Indikationen: Immunschwäche, Thrombose, Diabetes, hoher Blutdruck, Cholesterin, Stoffwechsel, Alterung, Krebs

Jeder Besucher von China Restaurants kennt die kleinen, schwarzen Pilze, die als chinesische Morcheln angepriesen werden und ein Leckerbissen in gar manchem asiatischen Gericht darstellen.

In Tat und Wahrheit sind diese wohlschmeckenden Pilze keine Morcheln, sondern Mu Erh-Pilze. In einer Schrift namens ?Pen King? aus der Zeit zwischen 300 und 200 vor Christus werden die 5 Sorten Mu Erh-Pilze erstmals erwähnt, wobei in der Schrift nur Hinweise auf die Regenperiode als Zeit des Sammelns und auf das Trocknen in der Sonne zu finden sind. Einschlägige Informationen über einen medizinischen Einsatz von Mu Erh-Pilzen tauchen erst in späteren Schriften im 7. Jahrhundert zur Zeit der Tang Dynastie auf. Man hat sie damals schon zur Behandlung von Hämorrhoiden eingesetzt.

Eine alte christliche Legende sagt, dass Judas Ischariot sich auf einem Holunderbaum erhängte, auf einem Baum, an dem viele ohrmuschelfömige Pilze wuchsen. Seit dieser Zeit nennt man in christlichen Landen die Mu Erh-Pilze Judasohren. Interessant und erwähnenswert ist, dass das Judasohr nachweislich im Morgen- und Abendland, sowie in Ostasien eine überaus bedeutende Rolle spielte.

Der Mu Erh ist ein Saprophyt und Schwächeparasit, der vorwiegend seine Nährgrundlage auf absterbenden Buchen, Weiden und Holunderbäumen findet. Ein saprophytischer Pilz lebt ausschliesslich von vorgebildeter organischer Substanz, die er aus den Resten von toten Organismen aufnehmen kann.

Mu Erh beinhalten bezogen auf 100g getrocknete Pilze folgende Stoffe: 10,6 g Eiweiss; 0,2 g Fette; 65 g Kohlenhydrate; 7 g Ballaststoffe; 5,8 g Asche; 375 mg Kalzium; 201 mg Phosphor; 185 m g Eisen; 0,03 mg Karotin. Zwischenzeitlich gelang es chinesischen Wissenschaftlern verschiedene aktive Kohlenhydrate aus dem Mu Erh zu isolieren. Bei diesen handelt es sich um Polysaccharide, die einen erheblichen Einfluss auf das menschliche und tierische Immunsystem haben können. Verschiedene, saure Heteroglucane und Polysaccharide fördern die DNS- und RNS- Synthese von menschlichen Lymphzellen. Sie haben eine regulierende Wirkung auf den Gesamtcholesterin-, Triglycerid- und Fettgehalt im Blut. Ihre Schutzwirkung auf die Zellen der Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse lässt vermuten, dass eine therapeutische Wirkung bei Diabetes Typ II nicht auszuschliessen sei! Je nach Darreichungsform oder Extraktionsart haben Mu Erh-Pilze auch eine tumorhemmende Wirkung. Kenner asiatischer Küche dürfen also weiter in kulinarischen Genüssen schlemmen! Alle anderen sollten es wagen, in irgend einer Form die Mu Erh-Pilze regelmässig zu essen, z. B. getrocknet und schonend in kleinste Moleküle zerlegt in einem leckeren Knäckebrot oder in anderen Lebensmitteln verschiedener Produzenten.

Literatur:

Xia, E. et alteri 1987. ?Effects of the polysaccharides from auricularia auricula spores on DNA and RNA biosynthesis by lymphocytes?.

Zhou, H. et alteri 1989a. « Antiaging effect of the polysaccharides from auricularia auricula and tremella fuciformis?.

Xue, W. et alteri. ?Prevention and treatment of alloxan-induced diabetes in mice by polysaccharides isolated from tremella fuciformis and auricularia auricula?.